Δευτέρα, 11 Φεβρουαρίου 2013

GRAF FOLKE BERNADOTTE : DAS ENDE -EPILOG


Während ich also im Frühjahr
1945 mehrere Reisen nach Deutschland unternahm, erhielt ich verschiedentlich Aufschluß über die führenden Gestalten des Dritten Reiches, Diese Aufhellungen, von denen ich annehmen darf, daß sie aus zuverlässigen Quellen stammen, haben mich davon überzeugt, daß es für die künftige Entwicklung der Welt von größter Bedeutung ist, wenn nach zwei Richtungen hin völlige Klarheit geschaffen wird.
Erstens muß dem deutschen Volk unbedingt zum Bewußtsein gebracht werden, daß das Reich im Jahre 1945 nicht nur an den militärischen Fronten, sondern auch in allen anderen Bereichen eine totale Niederlage erlitten hat ganz genau so wie im Jahre 1918, wo zwar die deutsche Propaganda nichtsdestoweniger den «Dolchstoß» der Heimatfront bald genug als den wahren Grund der Niederlage auszugeben suchte. Der Mythos von der Unüberwindbarkeit der deutschen Wehrmacht muß jetzt ein für allemal ausgetilgt werden. Es darf keine neue Dolchstoßlegende aufkommen.
Zweitens muß das deutsche Volk auch dazu gebracht werden, daß es die führenden Männer des Dritten Reiches nach ihrem wahren Maß zu beurteilen vermag. Persönliche Erfahrung hat mir gezeigt, daß sie Männer ohne irgendwelche moralische Haltung und ohne alle menschliche Größe waren. Der letzte Akt entlarvte sie: von ihrer furchtbaren Vergangenheit belastet, suchten sie verzweifelt, sich gegenseitig in den Schlingen ihres Ränkespiels zu fangen, feige,unentschlossen und ratlos mir darauf bedacht, sich einer hinter dem Rücken des anderen 7,ii verkriechen. Die Schlußszene des Dritten Reiches ermangelte (96) jeglicher Würde und aller wahrhaft menschlichen Tragik. Sie konnte ja nur klein sein, weil die handelnden Personen so kleinlich, so minderwertig waren. Sie kämpften nicht für eine Idee, für einen Glauben, für eine Überzeugung, sie verteidigten bloß noch ihr nacktes Leben, das durch unsühnbare Verbrechen befleckt war.
Werfen wir deshalb einen raschen Blick auf diese Führergestalten, wie sie sich im dreizehnten und letzten Jahre des tausendjährigen Dritten Reiches selber zeigten.
Zuerst Adolf Hitler, der Führer. Die von Großadmiral Dönitz bereits erfundene Legende behauptet, er sei im Kampfe für sein Volk auf den letzten Barrikaden des Abendlandes gegen den Bolschewismus den Heldentod gestorben. Aber in besonders gut informierten deutschen Kreisen vertritt man in diesem Punkt eine ganz andere Auffassung. Der Führer hatte kein heroisches Ende, das kann als völlig sicher angesehen werden. Er ist ums Leben gebrach! worden. Gewiß, er behielt bis in die letzten Tage des Dritten Reiches seine führende Stellung, doch hatte er schon längst die Fähigkeil verloren, eine positive Initiative zu ergreifen. Fr vermochle nur noch, die Beschlüsse umzustoßen, die seine Gehilfen gefaßl hallen. Für seine nähere Umgebung war er genau so ein Schreckgespensl geworden wie längst für die ganze übrige Well. Mißfiel ihm jemand, so unterzeichnete er sogleich den Hinrichtungsbefehl. Im letzten Akt war Adolf Imitier ein körperlich und seelisch gezeichneter Mann, sehr wahrscheinlich mit einer Krankheil behaftet, die verschiedenes in seinen sinnlosen Maßnahmen und in seinen Wahnvorstellungen zu erklären vermag. Seine Hände zitterten, und nur mit äußerster Mühe vermochle er sich in geschlossenem Räume fortzubewegen. Er wußte, daß seine Tage gezählt waren, und gab sich Rechenschaft über das vollständige Mißlingen seiner Pläne. Er wußte âlich, daß seine Gegner im Begriffe waren,  Im einzukreisen, daß seine Lage immer verzweifelter wurde. In den letzten Tagen war er zu nichts anderem mehr fähig, als Himmler durchs Telephon seine Anklagen zuzubrüllen, imver-y.wci(eilen Bestreben, so eine Änderung der Lage heraufzubeschwören.
In Hitlers engster Umgebung traf man vor allem Eva Braun, seine Geliebte. Sie entstammte einer Münchner Familie und muß allem Anschein nach sehr schön gewesen sein. Nach allein, was man mir berichtete, übte sie einen sehr starken Einfloß auf den Führer aus. Sie war es zum Beispiel, die den Obergruppenführer Kaltenbrunner bei Hitler einführte und damit einem der verhängnisvollsten Geister in der Kamarilla von Männern und Frauen, die in jenen Tagen die Geschicke Deutschlands lenkten, den Weg ebnete. Dieser Kaltenbrunner war mit einem weiteren Mitglied des Kreises, mit dem Gruppenführer Fegelein, der eine Schwester Eva Brauns geheiratet hatte, intim befreundet. Dieser ehemalige Reitlehrer war rasch zu hohen Würden aufgerückt. Das Vierblatt die beiden Schwestern Braun, Kaltenbrunner und Fegelein bildete eine der skrupellosesten, gefährlichsten Gruppen im Gefolge Hitlers. In der letzten Phase verbrachte Kaltenbrunner täglich mehrere Stunden beim Führer und tat sein möglichstes, um ihn auf dem längst eingeschlagenen Wege ins Verderben zu hetzen.
Zu den Koryphäen des Schlußaktes gehörte auch der Reichsleiter Martin Bormann, der Nachfolger von Rudolf Heß. Dieser Spezialist der Intrigen übte auf den Führer ebenfalls einen beträchtlichen Einfluß aus. Er hatte ein Talent ausgebildet, das sieh nun als sehr wertvoll erwies: er redigierte für Hitler über die kompliziertesten Sachverhalte äußerst vereinfachte Rapporte. I )er Führer schätzte diese Gabe sehr hoch.

Goebbels: er schöpfte seine ganze Kraft aus seinen Propagandareden, berauschte sich daran, als ihnen längst kein Mensch mehr Glauben schenkte, und beschwor aus sicherem Schutzraum in flammenden Ansprachen die Bevölkerung Berlins, bis zum letzten Mann zu kämpfen.
Göring: nach allem zu urteilen, hatte er sich 1940 davon überzeugt, der Krieg sei ein für allemal gewonnen, und ließ sich durch nichts zu einer anderen Auffassung bringen. Als Folge davon hatte er die Luftwaffe vernachlässigt und rasch verfallen lassen.
Ribbentrop: er war lächerlich eitel und sein Gesichtskreis eng begrenzt.
Sie alle gehörten zum innersten Kreis, der Hitler bis zuletzt umgab. Görings Einfluß scheint allerdings so gut wie ausgeschaltet gewesen ZU sein.
Und dann war da noch Heinrich Himmler: über ihn soll hier nur gesagl werden, daß er Hitler ebenso gefürchtet zu haben scheint, wie umgekehrt der Führer in Angst vor ihm lebte.
Der Klüngel um Hitler richtete seine [ntrigen vor allem gegen den Chef der Gestapo. Das Ergebnis war, daß er an die Front geschickt wurde; zuerst, im Späth6rb8t, an die Westfront, dann an die Oderfront, einen der schwierigsten und gefährdet-sten Abschnitte. Es bestand die Absicht, ihn zum Versagen zu bringen. Er sollte sich kompromittieren. Dann konnte man ihn liquidieren.
Himmler endete als Selbstmörder, Aber vorher war noch Hitler von der Bühne abgetreten.
Kurz nachdem das europäische Drama zu Ende gespielt und der Vorhang gefallen war, hatte ich eine längere Unterredung
(99) mit dem Gesandten Schellenberg, der wie bereits berichtet nach Stockholm gekommen war, um die Kapitulation der deutschen Truppen in Norwegen zu regeln, und immer noch in der schwedischen Hauptstadt weilte. Meine früheren Verhandlungen mit Schellenberg ließen eine Schlußkonferenz zwischen uns beiden notwendig erscheinen. Seine Einstellung gegen den offiziellen Kurs hatte ihn veranlaßt, meine Pläne im Dienste des Roten Kreuzes zu unterstützen. Ich muß sagen, daß die Art, wie er im eigentlichen Schlußakt seinen Einfluß geltend machte, in hohem Maße dazu beitrug, daß Dänemark und Norwegen nicht zum Schauplatz eines vernichtenden Endkampfes wurden. Es ist hauptsächlich seiner energischen Forderung zu verdanken, daß man beschloß, die deutschen Streitkräfte dort bedingungslos kapitulieren zu lassen.
Nun saß Schellenberg vor mir und erzählte, was er während der letzten Wochen beobachtet und erlebt hatte. Er gab mir auch einen Einblick in das Spiel hinter den Kulissen, wie es sich in Verbindung mit meinem eigenen Auftreten auf der deutschen Bühne entwickelt hatte. Seine Darstellung, für deren Richtigkeit er selbstverständlich allein die Verantwortung trägt, scheint mir vom Standpunkt der Geschichte aus und auch als Ergänzung zu meinem eigenen Bericht von so großer Bedeutung, daß sie in ihren wesentlichen Teilen veröffentlicht zu werden verdient.

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